Donnerstag, 29. Jul. 2010
Die Kreidefelsen von Rügen
Im Nordosten der Halbinsel Jasmund erstreckt sich auf rund fünfzehn Kilometer Länge zwischen Sassnitz und Lohme die Kreidefelsen-Steilküste, die zurecht als die interessanteste deutsche Küstenlandschaft gilt. Sie ist Teil des Nationalparks Jasmunds.

Teilweise bis 120 Meter ragen die Kreidefelsen empor. Der bekannteste ist ein Felsvorsprung mit dem Namen Königsstuhl, der sich etwa 10 km von Sassnitz entfernt befindet. Man kann ihn gegen Zahlung eines Entgelts betreten. Die beste Sicht auf den Königsstuhl selber hat man von der naheliegenden Balustrade der Viktoria-Sicht oder vom steinigen Ostseeufer, das 118 Meter tiefer liegt und über rund 500 Stufen Abstieg erreicht werden kann.

Berühmt- und Bekanntheit haben auch die 5 km vom Königsstuhl entfernten Wissower Klinken erreicht, die leider im Februar 2005 teilweise eingestürzt sind. Lange Zeit galten sie als Vorlage für ein 1818 vollendetes Gemälde: für die "Kreidefelsen auf Rügen" von Caspar David Friedrich.

Entstanden sind die Kreidefelsen übrigens aus kalkhaltigen Schalen, Skeletten und Panzern von Kleinlebewesen vor mehr als 50 Millionen Jahren. Der Reinheitsgehalt der Jasmunder Kreide ist besonders hoch.

Wer von Sassnitz die Kreidefelsenküste bis zum rund 10 km entfernten Königsstuhl erkunden möchte, kann das auf zweierlei Weise tun: Entweder über den Hochuferweg, der durch die Wälder oberhalb der steilen Abhänge führt, oder entlang des steinigen Strandes bzw. Stranduferwegs. Wer nicht so viele Anstrengungen auf sich nehmen will und nur den Königsstuhl sehen möchte: Busse verkehren regelmäßig von Sassnitz und Hagen aus. Mit dem Auto kann man allerdings nicht vorfahren. Außerdem besteht noch die Möglichkeit, per Schiff die Kreidefelsenküste entlang zu fahren.